{"id":102,"date":"2025-08-09T13:10:48","date_gmt":"2025-08-09T13:10:48","guid":{"rendered":"https:\/\/st-donatus-bruderschaft.de\/?page_id=102"},"modified":"2025-08-09T14:36:19","modified_gmt":"2025-08-09T14:36:19","slug":"das-schuetzenregister","status":"publish","type":"page","link":"https:\/\/st-donatus-bruderschaft.de\/index.php\/das-schuetzenregister\/","title":{"rendered":"Das Sch\u00fctzenregister"},"content":{"rendered":"\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Das Sch\u00fctzenregister der Donatus Bruderschaft ist in 3 Abschnitte gegliedert:<br>1. Die Articulen (1749), 2. das Reglement (1810), 3. die neuen Statuten (1869).<br>In diesen 3 Abschnitten werden dementsprechend 3 Zeitepochen dokumentiert:<br>a) Die Zeit der Kleinstaaterei<br>b) Die Zeit der franz\u00f6sischen Besatzung<br>c) Die Zeit der preu\u00dfische Herrschaft<br>In jedem Zeitabschnitt sind umfangreiche Mitgliederlisten niedergeschrieben worden, die in Verbindung mit Katasterunterlagen (ab 1824) sehr interessante Einblicke in die soziologische Struktur der Bruderschaft erm\u00f6glichen. Die drei Epochen des Sch\u00fctzenregisters sollen im folgenden genauer betrachtet werden.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">1. Die Articulen von 1749<br>Aufgrund des immer mehr fortschreitenden Verfalls der Bruderschaftsordnungen, st\u00f6rendes Verhalten beim und w\u00e4hrend des Kirchganges sowie der zunehmenden Gef\u00e4hrdung der \u00f6f-fentlichen Ordnung, eine Entwicklung die im ganzen Rheinland zu Ende des 17.Jh. zu beob-achten war (s. Wilhelm Ewald, Die Rheinischen Sch\u00fctzengesellschaften , D\u00fcsseldorf 1933, S.30 f; Dr. med. Hugo Doergens, Chronik der Stadt D\u00fclken, D\u00fclken 1925, s. 421),sah sich die staatliche Obrigkeit veranla\u00dft, die einzelnen Bruderschaften aufzufordern, neue Statuten aufzurichten und diese auch durchzusetzen. Das erste noch erhaltene Statut, welches in D\u00fclken dieser Aufforderung gerecht wurde, ist das der St. Sebastianus &#8211; Bruderschaft von 1729. Dieses Regelwerk diente der St. Donatus Bruderschaft bei der Erstellung der Articulen als Vorlage. Aufgrund der von der Obrigkeit vorgegebenen Richtlinien, lesen sich Beide wie ein Strafgesetzbuch , in vielen Artikeln ist sofort die H\u00f6he der Strafe festgeschrieben. Als Gesamtwerk ergeben sie einen Vorschriftenkatalog, der das Leben und Benehmen der Bru-derschaftler in- und au\u00dferhalb der Bruderschaft regelte. In den 28 Articulen wurden der Vo-gelschu\u00df, das Patronatsfest und die Beteiligung an den Begr\u00e4bnissmessen verstorbener Mit-glieder festgelegt. Vier Offiziere (Hauptmann, Leutnant, F\u00e4hnrich und K\u00f6nig) und vier Bru-dermeister waren f\u00fcr die Einhaltung der Statuten, sowie f\u00fcr die Bestrafung der Mitglieder, welche dieselben nicht beachtet hatten, verantwortlich. Die Niederschrift der Articulen wurde von den Offizieren Arreth Meehs (Hauptmann), Friedrich Sch\u00f6ndelen (Leutnant), Peter Sartigen (Fendrich) und Arreth Fritzen (K\u00f6nig) unter-schrieben, desweiteren lie\u00dfen sich 46 Mitglieder namentlich eintragen. Laut Articulen war jeder K\u00f6nig verpflichtet, der Bruderschaft eine silberne Plath von 2,5 loth, (ca. 40 gr.) zu geben. Schon 1774 bestand das K\u00f6nigssilber aus 24 Platten, was, wenn man bedenkt, da\u00df in den Jahren 1756 &#8211; 1763 der Siebenj\u00e4hrige Krieg tobte, der auch D\u00fclken sowie die Bistarder Honschaft schwer in Mitleidenschaft zog, ein weiterer Beweis daf\u00fcr w\u00e4re, da\u00df die Donatus Bruderschaft schon vor 1749 bestanden haben mu\u00df.1780 setzt sich das K\u00f6nigssilber aus 27 Platten, einem Vogel und 2 sogenannten Picken, welche ein Mitglied geben mu\u00dfte, das zweimal K\u00f6nig gespielt hatte, zusammen. Dieses Silber wird im Jahre 1808, w\u00e4hrend der franz\u00f6sischen Besatzung, verkauft, um mit dem Erl\u00f6s neue Pannen f\u00fcr das Schulhausdach (Schule Bistard) vorzufinanzieren. Die Bru-derschaft f\u00fchlte sich also schon 1808 f\u00fcr \u00f6ffentliche Belange in ihrem Einzugsgebiet, der Bistarder Honschaft (= heutiger Herz &#8211; Jesu Pfarrbezirk ) mitverantwortlich.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">2. Das Reglement von 1810<br>Knapp 60 Jahre nach Niederschrift der Articulen werden diese erstmals aufgearbeitet und erg\u00e4nzt. Das Reglement kann im Gro\u00dfen und Ganzen als Ausf\u00fchrungskatalog der Articulen betrachtet werden: die Befugnisse sowie der Wahlmodus der vier Brudermeister, der Ablauf der Festivit\u00e4ten und die Vorrechte der Offiziere (freies Gelaag) werden genau festgelegt. Im Jahre 1820, am 13. Februar, werden die vier Offiziersstellen f\u00fcr insgesamt 59 Thaler und 30 Silbergroschen versteigert. Dieser Versteigerungserl\u00f6s, der zur\u00fcckerhaltene Betrag aus der Vorfinanzierung der Schulhaus &#8211; Dachziegel sowie der Einbring aus Sammlungen unter den Bruderschaftlern wird laut Versammlungsbeschlu\u00df vom 10.Februar 1820 f\u00fcr die Anschaffung eines ganz neuen F\u00e4ndels verwendet. Diese Fahne wird entweder 1824 oder 1825 angeschafft. Eine Abbildung dieser Fahne findet sich auf der noch vorhandenen Photographie des Sch\u00fctzenfestes 1879.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">3. Die Statuten vom 12. September 1869<br>Mit Einf\u00fchrung der neuen Statuten wurde f\u00fcr die St. Donatus Bruderschaft ein v\u00f6llig neues Kapitel in ihrer Chronik aufgeschlagen. In eingehenden Beratungen hatten die Brudermeister einen Vorschriftenkatalog erarbeitet, der sich erstmals nur noch auf das Leben in der Bruder-schaft bezog. Die gravierendsten \u00c4nderungen waren: a) der Vogelputz, b) sechs Offiziers-stellen, c) zwei B\u00fcrgen f\u00fcr den K\u00f6nig (werden heute Minister genannt), d) Maiversammlung und Generalversammlung, e) Beitragsfreiheit w\u00e4hrend des Milit\u00e4rdienstes, f) Vorschriften f\u00fcr die Aufnahme neuer Mitglieder. Das Androhen von Strafen unterbleibt vollst\u00e4ndig. Insge-samt sind diese Statuten als modern zu bezeichnen und sind ohne weiteres mit heutigen Sat-zungen zu vergleichen. Erstmals mu\u00df dieses Regelwerk nicht von einer staatlichen Stelle ge-nehmigt werden und l\u00f6st, nach Inkrafttreten durch Verlesung auf der Maiversammlung 1870, die Articulen von 1749 und das Reglement von 1810 ab. Gegen Ende des 19. Jh. erfa\u00dft eine regelrechte Austrittswelle die Donatus Bruderschaft. Die Gr\u00fcnde hierf\u00fcr sind nicht mehr genau zu definieren, jedoch liegt die Vermutung nahe, da\u00df mit fortschreitender Industrialisierung ( in D\u00fclken &#8211; Nord werden zu dieser Zeit mehrere Indu-striebetriebe gegr\u00fcndet) die konfessionellen Bindungen der Honschaftsbewohner immer mehr nachl\u00e4\u00dft. In den gleichen Zeitraum datieren die Gr\u00fcndungen verschiedener, weltlich ausge-richtete Bruderschaften und Sch\u00fctzenvereine (z.B. St. Hubertus Sch\u00fctzenverein, D\u00fclken &#8211; Schirick ). 1879 zieht die Bruderschaft zu einem Sch\u00fctzenfest auf, bei dem drei M\u00e4nner das Dreigestirn bilden, die f\u00fcr 50 j\u00e4hrige Mitgliedschaft geehrt werden: K\u00f6nig Gerhard Molls, Minister Matthias Adrians und Johann B\u00fcschler. Aufgrund dieses nicht allt\u00e4glichen Ereignisses wird eine photographische Aufnahme angefertigt, die noch vorhanden ist und damit die wahr-scheinlich \u00e4lteste ihrer Art in D\u00fclken erhaltene ist. Die letzten Eintragungen im Sch\u00fctzenregister datieren aus den Jahren 1891 bis 1893.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Das Sch\u00fctzenregister der Donatus Bruderschaft ist in 3 Abschnitte gegliedert:1. Die Articulen (1749), 2. das Reglement (1810), 3. die neuen[&#8230;]<\/p>\n","protected":false},"author":2,"featured_media":0,"parent":0,"menu_order":36,"comment_status":"closed","ping_status":"closed","template":"","meta":{"footnotes":""},"class_list":["post-102","page","type-page","status-publish","hentry"],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/st-donatus-bruderschaft.de\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/pages\/102","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/st-donatus-bruderschaft.de\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/pages"}],"about":[{"href":"https:\/\/st-donatus-bruderschaft.de\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/types\/page"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/st-donatus-bruderschaft.de\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/users\/2"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/st-donatus-bruderschaft.de\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=102"}],"version-history":[{"count":2,"href":"https:\/\/st-donatus-bruderschaft.de\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/pages\/102\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":124,"href":"https:\/\/st-donatus-bruderschaft.de\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/pages\/102\/revisions\/124"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/st-donatus-bruderschaft.de\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=102"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}